Schweizer Rotor
Mrz 8th, 2009 | By admin | Category: Schweizer Rotor
Bei diesem Umbau stand ein Rotationslautsprecher zur Verfügung, den ein Schweizer Ingenieur für seine Diplomarbeit gebaut hatte. Im Prinzip ist es ein konventionelles Gerät mit Tieftonlautsprecher und Hochtonlautsprecher, angeordnet wie bei den klassischen Geräten der Firma Leslie. Der 12-Zoll-Tieftöner stammt von Monacor, der Druckkammerhochtöner von Wharfedale, die 12-dB-Weiche von Monacor.
Das Besondere an dem Gerät sind einerseits die kugelgelagerten Rotoren und das mit Carbonfaser verstärkte Kunststoffhorn, andererseits die Regelelektronik für die Gleichstrommotoren; es handelt sich um Bausätze der Firma Conrad.
Da das ursprüngliche Gehäuse aus MDF-Platten bestand, wurde für die Rotoren ein neues Gehäuse gebaut, wie bei dem Allsound-Umbau aus 18 mm Multiplexplatten. Die Rotoreinheiten wurden zunächst im ursprünglichen Zustand belassen.
Links die Hochtoneinheit, rechts der Bassrotor. Der Bassrotor besteht aus dünnen Styroporplatten, die mit Kunststoff und Glasfasergewebe verstärkt wurden. Rechts auf der Platte ist der Elektromotor zum Antrieb des Rotors zu sehen, ein Gleichstrommotor von Maxon.
Das Hochtonhorn mitsamt Antrieb. Da bei allen Rotationslautsprechern nur ein Horn aktiv ist, selbst wenn sie allesamt mit zwei Hörnern daherkommen -, kann man sich ein Horn sparen und stattdessen ein Ausgleichsgewicht vorsehen. Das Horn selbst besteht aus einem Kohlefaserschlauch, der über einem Holzmodell mit Kunststoff laminiert wurde. Unter der aus Aluminium gedrehten Hornplatte befindet sich der Druckkammerlautsprecher; er stammt von der Firma Wharfedale. Dass der Luftstrom von der Lautsprecheröffnung aus rechtwinklig ins Horn geleitet wird, hat strömungstechnisch keine ungünstigen Auswirkungen.
Der Bassrotor läuft kugelgelagert auf einem Zapfen. Die Hülse, die auf den Zapfen aufgesteckt wird, ist in den Bassrotor eingeharzt. Ein Deckel, der mit einer Schraube auf dem Zapfen verschraubt wird, hält den Rotor an Ort und Stelle. Rechts der Maxon-Motor.
Das Verbindungsstück zwischen Druckkammerlautsprecher und dem Horn, das auf dieses Verbindungsstück aufgesteckt wird. In der Mitte das Kugellager, dessen innerer Durchmesser genauso groß ist wie die Öffnung des Druckkammerlautsprechers, also ein Zoll, das sind etwa 2,5 cm. Es ist ein normales Kugellager, kein Drucklager; der Hornträger ist so leicht, dass das Lager kaum belastet wird.
Das Gehäuse wurde genau so gebaut wie das für den Allsound-Rotationslautsprecher: 18 mm Multiplex, 36 mm Schallwand. Auf der Schallwand steht der Transformator zur Stromversorgung der Motoren.
Die Regelelektronik für die Motoren. Für jeden der zwei Motoren wird eine benötigt. Man kann die Spannung stufenlos zwischen 0 und 30 Volt einstellen. Für die Spannungsregelung kann man entweder ein Stereopotentiometer vorsehen, mit dem die Spannung direkt von der Orgel aus geregelt wird, oder aber für jede Regelelektronik zwei Potentiometer, die im Lautsprechergehäuse eingebaut werden. Mit einem relaisgesteuerten Umschalter können die Potentiometer an die Regelelektronik geschaltet werden. Die Spannungen werden vorher an den Potentiometern fest eingestellt. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass man für Hochtonrotor und Bassrotor verschiedene Geschwindigkeiten einstellen und den “wirkungsvollsten” Bereich von vornherein festlegen kann.
Fertig aufgebaut und lasiert, wieder mit “Mahagoni”, aber eine andere Dose als beim Allsound-Umbau.
Links der Schweizer Rotor, rechts der Allsound-Umbau. Der Verstärker ist ein zweikanaliger 18-Watt-Gitarrenverstärker, für Wohnräume schon um Einiges zu laut.







