Maße, Gewichte, Material

Maße, Gewichte, Material

Sep 10th, 2009 | By admin | Category: Maße, Gewichte, Material

Anhand der Fotos kann man zwar ahnen, wie groß die Umbau-Rotationslautsprecher sind, aber die Fragen, wie groß sie nun tatsächlich sind und wieviel sie wiegen, sind nicht uninteressant. Auch: Kann man leichtere und kleinere Gehäuse bauen?

Allsound-Umbau

Die Höhe des alten Allsound-Doppelgehäuses war mir natürlich bekannt; ich habe sie um 5 cm verkleinert, so dass das neue Gehäuse mit Rollen 112 cm hoch ist. Die Grundfläche ergab sich aus der Fläche der Hochtoneinheit, sie beträgt 56 auf 54 cm.
Das Gewicht dürfte zwischen 60 und 65 kg liegen. Das Gehäuse hat keine Griffschalen, weil an der Stelle an den Seitenwänden, wo diese eingelassen werden müssten, sich direkt dahinter die Basstrommel befindet. Falls ich mal überzeugende Griffe zum Aufschrauben finde, wird das Gehäuse auch Griffe bekommen.

Schweizer Rotor

Das neue Gehäuse für den Schweizer Rotor wollte ich exakt so hoch bauen, wie das des Allsound-Umbaus, was nicht ganz gelang, da ich beim Allsound Deckel und Boden aus 22-mm-Birkensperrholz angefertigt habe und auch etwas andere Rollen verwendete. So ist das Gehäuse nur 111 cm hoch. Auch bei diesem Gehäuse habe ich die aus dem Allsound-Gehäuse stammende Hochtoneinheit als Maß genommen, das neue Gehäuse hat eine Grundfläche von 56 auf 56 cm.
Das Gewicht dürfte aufgrund des größeren Bass-Lautprechers (15 Zoll statt 12 Zoll). Da sich bei dieser Box der Bassrotor ganz unten im Gehäuse befindet, habe ich das Gehäuse mit Marshall-Griffen versehen.

Leichter, kleiner

Ich baue diese großen Gehäuse immer aus 18-mm-Birkensperrholz (Multiplex); das Holz kostet je qm zwischen 33 und 39 Euro; man benötigt für diese Gehäuse ca 2,5 qm. Für den Aufbau benötigt man auch Leisten mit einem Querschnitt von etwa 2 X 3 cm. Ich verwende dafür entweder Reste von Multiplex-Platten, die ich mir mit der Kreisssäge passend schneide, oder aber ich kaufe ein billiges Brett Leimholz (Fichte), dass ich ebenfalls an der Kreissäge in Stäbe schneide. Für die Schallwand verleime ich zwei gleich große Platten Multiplex zu einer 36 mm dicken Platte. Als Rollen nehme ich immer solche, die einzeln 70 Kg Gewicht tragen können; je zwei feste Rollen und zwei lenkbare. Das Streckmetall stammt auch aus dem Baumarkt, es läuft mit der Zeit etwas an.
Gewicht bringen auch Frequenzweiche, Motoren und Regelelektronik, doch kann man dies angesichts der Holzmenge vernachlässigen. Auch die Lautsprecher sind schwer: Druckkammer-Hochtöner älteren Datums sind groß und schwer, Basslautsprecher können sehr schwer sein, wenn sie mit Alu-Gusskorb und herkömmlichen Magneten ausgestattet sind. Lautsprecher mit Neodym-Magnet sind wesentlich leichter. Vorteil all dieser Umbauten ist es, dass neue Lautsprecher in der Regel weit höher belastbar sind als die der alten Allsound- oder Solton-Leslies.
Kleinkram: Ich verleime nichts an diesen Gehäusen. Alle Holzteile werden verdeckt – also von innen – mit Spanplattenschrauben verschraubt. Für Verschraubungen, die ich lösen können will, benutze ich Einschlagmuttern und Gewindeschrauben (M4) mit Senk- oder Linsenkopf, die auf Spengler-Unterlegscheiben sitzen; zusätzlich liegt in den Spenglerscheiben jeweils noch eine normale Unterlegscheibe.
Wie kann man Gewicht und Geld sparen? Die Holzstärke dürfte mit 16 mm auch noch ausreichen, erst recht, wenn das Gehäuse kleiner gebaut wird. Ob man es bei einem 15-Zoll-Basslaustprecher wesentlich kleiner als 80 cm bauen kann, müsste man ausprobieren. Natürlich kann man Bass- und Hochton-Rotor in getrennten Gehäusen unterbringen – so wie es Allsound, Solton und andere seinerzeit machten. Dann kann auch das Bassgehäuse von einem einzelnen Mann getragen werden. Allerdings sollte man auf eine sehr stabile und sichere elektrische Verbindung zwischen Bass- und Hochtongehäuse achten – bei Umbauten laufen hier 220 Volt. Bei Verwendung von Niedervolt-Gleichstrommotoren (12 V, 24 V) ist diese Verbindung allerdings kein Problem.
Wer also ein kleines und leichtes Leslie benötigt, sollte wie folgt vorgehen: 12-Zoll-Neodym-Bass, Hochtöner jüngeren Herstellungsdatums, 16 -mm-Multiplex, Schallwand 18 mm, Ausschnitte für Rotoren so groß wie möglich. Einteilige Gehäuse sollten nicht höher als 80 cm sein; bei zweiteiligen Gehäusen kann auch das Gehäuse für den Hochtonrotor aus noch dünnerem Multiplex bestehen.