Schweizer Rotor – Umbau

Jul 18th, 2009 | By | Category: Schweizer Rotor - Umbau

Nach dem Umbau des Schweizer Rotors in ein neues Gehäuse war ich zunächst zufrieden; alles funktionierte, die Rotoren liefen ausgezeichnet. Zwei Dinge allerdings störten mich: Die Gitter für den Bassrotor sahen aus wie Gullydeckel, und der Bassrotor summte und brummte, sobald man etwas lauter spielte. Blieb also nur übrig, den Bassrotor auszubauen und durch einen neuen zu ersetzen. Der sollte dann an die Basstrommeln von originalen Leslies wenigstens erinnern.

slesliebassrotor2

Es ist klar, dass die Seitenwände des Rotors mitschwingen müssen, sobald der Basslautsprecher etwas Lautstärke abgibt – die Wände des Rotors bestehen aus etwa 10 mm dickem Styropor, das mit Glasfasermatte zwar etwas verstärkt ist, insgesamt aber eine zu große Fläche hat, um Ruhe zu geben. Andererseits war diese Konstruktion aber leicht und überlegt gebaut – zu schade zum Wegwerfen. Also entschloss ich mich, den Kasten zu behalten, aber mit einer Konstruktion aus 8 mm starkem Sperrholz zu verstärken. Danach sollte die Trommel auch in etwa so aussehen wie eine Leslie-Trommel.

Dazu benötigte icht zwei runde Scheiben, in die ich den Kasten einpassen wollte. Um die Scheiben ausschneiden zu können, habe ich zunächst einen einfachen Zirkel gebastelt – ein Streifen 5-mm-Sperrholz mit einer Holzschraube als Zentrierhilfe, im Abstand von 22 cm ein Loch für den Bleistift.

SLZirkel

Den Kreis habe ich dann ausgeschnitten, danach den Basskasten draufgestellt und die Umrisse angezeichnet; dann ausgeschnitten.

SLUScheibe

Hier ist das Ganze schon mal probeweise auf den Drehzapfen gesetzt. Danach wurde die obere Scheibe ausgeschnitten, deren Form von der der unteren aber etwas abweicht, weil sie auch die Seitenwände stabil halten soll.

SLOScheibe

Für die Verbindung der unteren mit der oberen Scheibe und zur Verstärkung der Seitenwände wurden Rippen ausgeschnitten – insgesamt fünf, je zwei für die rechte und linke Seitenwand des Kastens, eine für die hintere Verstrebung des Kastens. Im Rohbau sah das so aus.

SLSkelett

Noch ist das alles nur mit kleinen Schrauben verschraubt. In dieses Skelett wurde der Kasten eingepasst, dann die obere Scheibe aufgesetzt.

SLNeuTrom2

Später wurden die Rippen mit den Scheiben verleimt, verschraubt und mit schwarzem Acryl mit dem Kasten verbunden. Zunächst blieb die komplette Konstruktion aber nur lose verbunden, denn die Basstrommel muss exakt in das Gehäuse eingepasst werden. Wenn alles fertig ist, wird die Basstrommel noch einen Stoffüberzug bekommen. Mir ist zwar nicht ganz klar, wozu der in den originalen Leslies gut ist – wahrscheinlich soll er Windgeräusche unterdrücken -, aber hier kann man mal so dicht wie möglich am Original sein.

Für das neue Gehäuse brauchte ich drei neue Wände, Front und die Seitenwände; wieder kam 18 mm Multiplex Birke in Frage. Die Wände erhielten die bekannten formschönen Ausschnitte. Für die Rundungen bemühe ich keinen Zirkel, sondern suche mir einen passenden Teller bzw. Untertasse.

SLTeller1

Genau an die Risslinien angelegt, kann man so schnell und einfach eine exakte Rundung zeichnen.

Danach mit der Stichsäge aussägen und die Kanten des Ausschnitts mit einer Raspel runden. Den Feinschliff kann man mit einem Dreiecksschleifer machen.

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Die neuen Seitenwände sind im Rohbau fertig. Die runden Ausschnitte sind die Öffnungen für die Rotoren, die eckigen für Griffschalen, wie man sie von Marshall-Boxen kennt. Diese Rotationslautsrepcher sind aufgrund ihrer Bauweise recht schwer, zum Tragen werden zwei Mann benötigt.

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Probeweise werden Basstrommel und Bass-Schallwand eingepasst. Der Abstand zwischen Unterseite Schallwand und der Trommel sollte natürlich so klein wie möglich sein. Es empfiehlt sich auch, die Trommel mal per Hand zu drehen, um zu prüfen, ob sie “eiert” und mit der Schallwand in Berührung kommt. Sollte nicht der Fall sein.

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Hier ein Blick auf Frequenzweiche und die Regelelektronik für die beiden Gleichstrom-Motoren.

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Innen habe ich das Gehäuse dieses Mal mit der Mahagoni-Lasur gestrichen. Zuletzt, nach dem Einpassen und Befestigen der Schallwände, wurden auch bei diesem Gehäuse die Schallöffnungen mit Streckmetall abgedeckt. Diese Gitter müssen gut befestigt werden, damit sie nicht mitschwingen. Hier im Detail: Kleine Spanplattenschrauben mit Unterlegscheibe.

SChweizNeu5

Fertig: Links das neue Gehäuse für den Schweizer Rotor, rechts der Allsound-Umbau; links oben ein 18-Watt-Madamp, rechts ein Hochtonaufsatz, der noch nicht fertig ist.

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